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Zehn Jahre nach dem OEZ-Attentat

Zum Jahrestag des rechtsterroristischen Anschlags findet eine Gedenkveranstaltung statt, die an die neun Ermordeten erinnert

Am 22. Juli 2026 jährte sich das rechtsterroristische und rassistische Attentat am Münchner Olympia-Einkaufszentrum (OEZ) zum zehnten Mal. Bei einer Gedenkveranstaltung erinnerten Angehörige, Überlebende sowie Vertreter:innen aus Politik und Gesellschaft an die neun Ermordeten Armela Segashi, Can Leyla, Dijamant Zabërgja, Guiliano Kollmann, Hüseyin Dayıcık, Roberto Rafael, Sabine S., Selçuk Kılıç und Sevda Dağ. Um 17:51 Uhr – dem Zeitpunkt des Anschlags – gedachte München der Opfer mit einer Schweigeminute.

„Rassismus und Antisemitismus dürfen keinen Platz in der Gesellschaft haben“

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier rief dazu auf, Rassismus und Antisemitismus entschieden zu bekämpfen. Sie dürften keinen Platz in der Gesellschaft haben. „Dafür zu sorgen, das ist unser aller Pflicht“, sagte Steinmeier. Der Bundespräsident erinnerte an weitere tödliche rechtsextreme Anschläge wie die Attentate von Halle und Hanau, die Mordserie des NSU, die Tötung des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke oder das Münchner Oktoberfestattentat von 1980. 

Publikation zum zehnten Jahrestag des Anschlags

Anlässlich des zehnten Jahrestags erschien eine Publikation der Angehörigen-Initiative „München OEZ Erinnern!“. Sie entstand gemeinsam mit den Angehörigen und Überlebenden.

Der lange Streit um Einordnung und Anerkennung

Der 18-jährige David S. erschoss am 22. Juli 2016 aus rassistischen Motiven acht Jugendliche und eine junge Erwachsene, bevor er sich selbst tötete. Die Tat wurde zunächst als Amoklauf eingestuft, ohne die politische Motivation zu berücksichtigen. 

Erst rund drei Jahre später wurde der OEZ-Anschlag offiziell als rechtsextrem und rassistisch motiviertes Attentat anerkannt. Bis heute fordern die Angehörigen eine umfassende Aufarbeitung der damaligen Ermittlungen und einen Untersuchungsausschuss des Bayerischen Landtags.