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F.U.E.R. – Familien-, Umfeld- und Elternberatung zu Rechtsextremismus

Die Familien-, Umfeld- und Elternberatung zu Rechtsextremismus in Bayern (F.U.E.R.) ist ein Beratungsangebot

F.U.E.R. berät zum Beispiel in folgenden Situationen:

  • Fragen Sie sich, wie Sie die Beziehung zu (extrem) rechten Personen – ob Jugendliche oder Erwachsene – gestalten können? Fällt es Ihnen schwer, sich zu positionieren? Kommen Sie mit Argumenten nicht weiter?
  • Nehmen beispielsweise rassistische Äußerungen oder Verschwörungserzählungen bei Ihnen zu Hause einen übermäßigen Raum ein und möchten Sie das nicht länger aushalten?
  • Kennen Sie eine Person, die von eigenen menschenverachtenden Einstellungen Abstand nehmen möchte oder sind Sie selbst diese Person? 
  • Sind Sie als Fachkraft der Sozialen Arbeit oder Pädagogik in Kontakt mit (extrem) rechts positionierten Menschen und möchten sich hierzu fachliche Unterstützung einholen? 

Zusätzlich zur Beratung bietet F.U.E.R. Fortbildungen für Fachkräfte und Multiplikator:innen an. 

F.U.E.R. – Familien-, Umfeld- und Elternberatung zu Rechtsextremismus  

+49 89 244 109 390
kontakt@~@beratung-fuer.de

F.U.E.R. ist dienstags und mittwochs zwischen 10 und 15 Uhr telefonisch erreichbar. 

Wie F.U.E.R. Sie unterstützt

Das Beratungsangebot von F.U.E.R. ist kostenfrei und vertraulich. Angehörige und Fachkräfte können sich auch anonym an F.U.E.R. wenden. 

Die Berater:innen sind fachlich speziell qualifiziert, um auf Fragen und Bedarfe von nahestehenden Personen und Fachkräften im Kontext der extremen Rechten einzugehen. Zudem besitzen sie die Kompetenz, Distanzierungsprozesse von (extrem) rechten und menschenverachtenden Einstellungen zu begleiten. 

Die Berater:innen sind jeweils zu zweit tätig und bieten die Unterstützung bayernweit an. Termine können digital in Form von Videokonferenzen, telefonisch oder in Präsenz in Ihrer Nähe stattfinden.

Fachkräfte und Multiplikator:innen können sich hier über das Fortbildungsangebot von F.U.E.R. informieren. 

Überblick über die Beratungsleistungen von F.U.E.R.

F.U.E.R. berät und unterstützt 

  • Eltern,
  • Familienmitglieder sowie 
  • Angehörige und Freund:innen, 

wenn sich im privaten Umfeld eine nahestehende Person (extrem) rechts orientiert. 

Fragen oder Situationen, in denen sich Angehörige an F.U.E.R. wenden können:

  • „Meine Eltern sind während der Corona-Pandemie in diesen ganzen Verschwörungsglauben reingekommen. Es wird aber immer krasser und sie sind für politische Themen kaum noch ansprechbar. Sie geben richtig menschenverachtende Sachen von sich und sind mit Kritik oder Argumenten nicht erreichbar. Ich weiß nicht mehr, was ich noch tun soll und kann das kaum aushalten.“
  • „Mein Ex-Partner ist Reichsbürger. Unsere Kinder verbringen jedes zweite Wochenende bei ihm. Wie kann ich sie vor diesem Einfluss schützen?“
  • „Meine Tochter ist 16 Jahre alt und geht noch zur Schule. Dort eckt sie immer mehr an, weil sie mit einer extrem rechten Partei sympathisiert und sich entsprechend äußert. Sie hat jetzt einen Freund, der Fotos postet, auf denen er sich in Neonazi-Manier zeigt. Was kann ich tun?“ 

F.U.E.R. bietet Raum für Emotion und unterstützt dabei, in verunsichernden Momenten und Konstellationen Klarheit zu gewinnen. Themen wie die eigene Positionierung, Abgrenzung oder Beziehungsgestaltung können Teil der Beratung sein – ebenso wie pädagogische Fragestellungen oder das Wiedererlangen der eigenen Handlungsfähigkeit. 

F.U.E.R. arbeitet systemisch und wirft, wenn möglich, auch einen Blick auf weitere zentrale Akteur:innen im Umfeld, die hilfreich sein und als Ressource dienen könnten. Sollte sich die Person, um die es Ihnen geht, mit der eigenen Orientierung kritisch auseinandersetzen wollen, dann besteht die Möglichkeit, die F.U.E.R.-Distanzierungsberatung hinzuzuziehen.
 

F.U.E.R. berät Fachkräfte aus 

  • der Sozialen Arbeit, 
  • Beratung, 
  • Pädagogik sowie 
  • aus Bildungseinrichtungen, 

wenn sie im beruflichen Kontext mit Personen konfrontiert sind, die sich (extrem) rechts orientieren. 

Der Kontakt zu (extrem) rechts orientierten Adressat:innen ist oft mit Unsicherheiten verbunden. Fachkräfte erleben nicht selten Wertekonflikte und ein Spannungsfeld, wenn es darum geht, die Arbeitsbeziehung gut zu gestalten. Darüber hinaus stellen sich pädagogische oder rechtliche Fragen nach Sanktionierbarkeiten, Besonderheiten im Kinderschutz und generell nach geeigneten Maßnahmen und Interventionen. Der eigene Anspruch oder die Erwartung der Einrichtung an professionelle Handlungssicherheit kann dabei überfordern. 

F.U.E.R. unterstützt Sie im Umgang mit den Phänomenen des Rechtsextremismus oder der Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit hinsichtlich der Themen und Fragestellungen, die für Sie im jeweiligen Berufsfeld relevant sind. 

Beispiele hierfür sind:

  • Es kann um die sichere Gestaltung der eigenen Rolle, um die Reflektion der eigenen Haltung im Umgang mit den Adressat:innen oder auch darum gehen, wie Sie Hinwendungs- und Radikalisierungsprozesse verstehen und sicher intervenieren können. 
  • Außerdem können Fachthemen in Verbindung mit Rechtsextremismus der Inhalt der Beratung sein, zum Beispiel Fragen des Kinderschutzes bei (extrem) rechten Familien, Schutz von Betroffenen, professionelle Elternarbeit sowie die Unterstützung eines Erziehungsauftrags.
  • Kollegiale Fallberatung, Co-Beratung oder Fachberatung
  • Prävention von Rechtsextremismus im Team sowie zum Umgang mit (extrem) rechts orientierten Kolleg:innen

F.U.E.R. arbeitet systemisch und wirft, wenn möglich, mit Ihnen einen Blick auf weitere zentrale Akteur:innen im Umfeld, die hilfreich sein und als Ressource dienen könnten. Sollte sich die Person, um die es Ihnen geht, mit der eigenen Orientierung kritisch auseinandersetzen wollen, dann besteht die Möglichkeit, die F.U.E.R.-Distanzierungsberatung hinzuzuziehen. 

Die F.U.E.R.-Distanzierungsberatung unterstützt interessierte Personen, die Abstand von eigenen menschenverachtenden Einstellungen und eigenen (extrem) rechten Orientierungen gewinnen wollen. Sie arbeitet bedürfnisorientiert mit Menschen und begleitet sie in ihrem Distanzierungsprozess. Dabei können sich neue Lebensperspektiven fernab von menschenfeindlichen Einstellungen und Verhaltensweisen entwickeln.

An die F.U.E.R.-Distanzierungsberatung können sich zum Beispiel Personen wenden, die wegen ihrer eigenen (extrem) rechten Einstellungen Unklarheiten und Enttäuschungen erleben, in ihrem Umfeld anecken und abgelehnt werden, sich reflektieren und weiterentwickeln möchten oder motiviert sind, neue Lebensentwürfe zu gestalten.

Fachkräfte, aber auch Familienangehörige, Freund:innen und andere Menschen aus dem Umfeld können an die F.U.E.R.-Distanzierungsberatung verweisen, sofern bei den (extrem) rechts orientierten Menschen eine gewisse Gesprächs- und Änderungsbereitschaft vorliegt. 

Die F.U.E.R.-Distanzierungsberatung begleitet keine Ausstiegsprozesse aus der organisierten rechtsextremen Szene. 

Überblick über das Fortbildungsangebot von F.U.E.R.

Das Fortbildungsangebot von F.U.E.R. richtet sich an Fachkräfte

  • aus Sozialer Arbeit,
  • Pädagogik,
  • Kinder- und Jugendhilfe sowie
  • an Lehrkräfte und
  • zivilgesellschaftliche Akteur:innen und Multiplikator:innen. 

In speziell zugeschnittenen Bildungsformaten vermittelt F.U.E.R. Grundlagenwissen zu Rechtsextremismus und Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit mit Fokus auf Fragestellungen, die im jeweiligen Berufsfeld relevant sind.

F.U.E.R. vermittelt in speziell zugeschnittenen Fortbildungen Grundlagenwissen zu Rechtsextremismus und Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit. Der Schwerpunkt liegt auf den Fragen, die für den Teilnehmendenkreis und das jeweilige Arbeitsumfeld relevant sind. 

Mögliche Themen sind zum Beispiel:

  • Wertekonflikte und die eigene professionelle Haltung, Nähe und Distanz
  • Hin- und Abwendungsmotive von der extremen Rechten, Biografiearbeit und Interventionen
  • Unterstützung der Adressat:innen bei eigenen Distanzierungsprozessen von (extrem) rechten Einstellungen
  • Kinderschutz und Rechtsextremismus
  • Sensibilisierung von Einrichtungen und Strategieentwicklung für den Umgang mit Rechtsextremismus (auch für Führungskräfte)

F.U.E.R. kann auch für eigene Veranstaltungen, zum Beispiel Fachtage oder Fortbildungen, angefragt werden. 

Ziele und Inhalte werden im Vorfeld besprochen und richten sich nach dem jeweiligen Bedarf. Die Fortbildungen können auch eigene Erfahrungen mit Rechtsextremismus aus dem Arbeitsalltag thematisieren.

Ab Juli 2026 bietet die F.U.E.R.-Distanzierungsarbeit eine modulare Fortbildungsreihe für Fachkräfte aus Pädagogik oder Sozialer Arbeit, Multiplikator:innen und Interessierte zum Umgang mit (extrem) rechts orientierten Adressat:innen und zur Begleitung ihrer Distanzierungsprozesse an. „Distanzierungsprozesse verstehen, anstoßen und begleiten“ heißt die dreimodulige Fortbildungsreihe, die von Juli bis November 2026 läuft. Sie richtet sich an Fachkräfte aus Pädagogik oder Sozialer Arbeit, Multiplikator:innen und Interessierte. 

Für die modulare Fortbildungsreihe 2026 sind leider keine Anmeldungen mehr möglich. Es ist geplant, die Fortbildungsreihe auch 2027 wieder anzubieten. Interessierte können sich per E-Mail an fortbildung@~@beratung-fuer.de wenden. 

 

Anfragen zu den Fortbildungsangeboten von F.U.E.R. und zur modularen Fortbildungsreihe können per E-Mail an fortbildung@~@beratung-fuer.de gerichtet werden.

Vernetzt gegen Rechtsextremismus

F.U.E.R. ist Teil des Beratungsnetzwerks Bayern gegen Rechtsextremismus. Begleitet wird das Beratungsnetzwerk von der Landeskoordinierungsstelle Bayern gegen Rechtsextremismus (LKS), einer Einrichtung des Bayerischen Jugendrings (BJR). Neben F.U.E.R. zählen zu diesem Beratungsnetzwerk auch 

Die F.U.E.R.-Distanzierungsarbeit ist Mitglied der Bundesarbeitsgemeinschaft „Ausstieg zum Einstieg“ (BAG Ausstieg), dem bundesweiten Dachverband zivilgesellschaftlicher Akteure der Ausstiegs- und Distanzierungshilfe aus extrem rechten Zusammenhängen. 

Die BAG Ausstieg vernetzt einzelne Beratungsstellen über Landesgrenzen hinweg und ermöglicht eine bedarfsgerechte, individuelle und flexible Ausstiegshilfe. Zusammen mit den anderen Mitgliedern konzipiert und entwickelt F.U.E.R. transparente Qualitätsstandards für die Ausstiegs- und Distanzierungsarbeit und setzt diese in der Praxis um. 

F.U.E.R. ist Teil des bundesweiten Netzwerks „Rechtsextremismus und Familie“. Dieses wird von der Fachstelle Rechtsextremismus und Familie am LidiceHaus Bremen gesteuert. Das Netzwerk befördert den regelmäßigen Austausch der Familien- und Fachkräfteberatung mit Schwerpunkt Rechtsextremismus im Bundesgebiet. 

F.U.E.R. ist Teil des „Demokratienetzwerks Kindertagespflege – Zusammen für Inklusion und gegen Diskriminierung“. In dem Netzwerk erarbeiten Akteure aus verschiedenen Bundesländern gemeinsam Strategien, mit denen demokratische Orientierungen in der Kindertagespflege gestärkt werden können und anti-demokratischen Tendenzen – auch präventiv – entgegengewirkt werden kann. 

Zertifizierte Beratungsqualität

Alle Beratungsangebote der LKS sind nach KQB (Kundenorientierte Qualitätsentwicklung für Beratungsorganisationen) testiert. Die Qualitätsstandards der Beratungs- und Bildungsangebote und die Maßnahmen zur Dokumentation und Evaluation werden regelmäßig geprüft und weiterentwickelt. Damit ist die LKS derzeit die einzige bayernweit tätige Beratungsorganisation im Themenfeld, die ein zertifiziertes Qualitätsmanagement betreibt.