„Shades of Brown“
Eine Online-Veranstaltungsreihe der Mobilen Beratung
Die Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus in Bayern lässt ihre Online-Veranstaltungsreihe „Shades of Brown“ wieder aufleben. Dieses Jahr finden insgesamt vier Veranstaltungen im Mai, Juni, Juli und September 2026 statt – jeweils dienstags um 19 Uhr.
Für die einzelnen Veranstaltungen ist eine Anmeldung erforderlich. Sie erfolgt über die Veranstaltungsplattform Eveeno und ist bis zwei Tage vor dem jeweiligen Vortrag möglich. Es gilt ein Einlassvorbehalt.
Der Schwerpunkt: Die extreme Rechte in Bayern
Die Online-Veranstaltungsreihe „Shades of Brown“ findet dieses Jahr unter dem Schwerpunkt „Die extreme Rechte in Bayern – aktuelle Entwicklungen und Gegenstrategien“ statt.
Die Themen der einzelnen Vorträge: die Ergebnisse der bayerischen Kommunalwahlen und ihre Folgen, die immer häufiger und selbstbewusster in Erscheinung tretende „Reichsbürger”-Bewegung im Freistaat, die vor kurzem entstandenen jungen Neonazi-Gruppen und ihr Gefahrenpotential sowie der antifeministische Kulturkampf der extremen Rechten.

Die Themen der einzelnen Vorträge
Die Mosaik-Rechte auf dem Weg zu Macht?
Die extreme Rechte nach der Kommunalwahl5. Mai 2026, 19 Uhr
Schlecht vorbereitet ist die bayerische AfD in die Kommunalwahlen gestolpert – und stand bei den meisten Gemeinderatswahlen gar nicht erst auf dem Stimmzettel. Begleitet von den üblichen Skandalen konnte sie auf der Ebene der Kreistage und Stadträte ihr Ergebnis dennoch mehr als verdoppeln. Damit ist sie nun flächendeckend in Fraktionsstärke in den Räten vertreten.
Was verrät der Wahlkampf über die extreme Rechte und ihren parlamentarischen Arm? Welche Trends sind bei den Ergebnissen festzustellen? Welche Hotspots sind zu erkennen? Welche Gegenstrategien waren erfolgreich? Welche Herausforderungen kommen nun auf die Kommunalpolitik zu? Und natürlich: Wie können diese gemeistert werden?
„Reichsbürger“ in Bayern
Einblicke in eine radikale Bewegung zwischen Verschwörungsideologie und Umsturzplänen9. Juni 2026, 19 Uhr
Selbst gebastelte Führerscheine, monarchistische Fantasietitel, Deutschland als „GmbH“: Sogenannte Reichsbürger gelten oft als bizarres, vielfach belächeltes Randphänomen. Doch die Reichsideologie und ihre Verschwörungserzählungen sind brandgefährlich. Der Polizistenmord in Georgensgmünd und die Prozesse gegen die Terrorgruppe um Prinz Reuß belegen das Gewaltpotenzial und die Umsturzfantasien. Gerade in Bayern tritt die Szene immer öfter und selbstbewusster in Erscheinung.
Der Vortrag begibt sich auf eine Spurensuche zu den bayerischen „Reichsbürgern“. Diese sind jedoch keine homogene Gruppe. Die Akteure stammen aus unterschiedlichen Milieus, sie haben unterschiedliche Motive und Ideologiefragmente. Was sie eint: die fundamentale Ablehnung des demokratischen Staats. In dem Vortrag geht es um unterschiedliche Dimensionen und Begrifflichkeiten der Bewegung – und um Erkenntnisse zu dahinterliegende Ideologien, Strategien und Dynamiken.
Glatze, Bomberjacke, Springerstiefel. Back to the 1990s?
Zum Stand des jugendlichen Neonazismus in Bayern14. Juli 2026, 19 Uhr
Mit dem zunehmenden Erfolg der AfD haben offen neonazistische Strukturen stark an organisatorischer Bedeutung verloren. In jüngster Zeit entstehen jedoch neue Gruppen und Labels, auch in Bayern. Häufig stehen dahinter sehr junge Neonazis, die bisher kaum Kontakt mit dem organisierten Rechtsextremismus hatten.
Was macht diese neu entstehenden Strukturen aus? Wo stehen sie ideologisch? Wie treten sie in die Öffentlichkeit (Lifestyle und Symbolik)? Inwiefern sind sie gefährlich? Wie könnte ein gesellschaftlicher und politischer Umgang damit aussehen? Diesen Fragen soll im Vortrag und in der Diskussion nachgegangen werden.
Küche, Ehe, Vaterland?
Antifeminismus und rechtsextreme Strategien im Kulturkampf um Geschlecht, Sexualität und Familie22. September 2026, 19 Uhr
Die Wahlen von Richter:innen für Verfassungsgerichte, das Selbstbesimmungsgesetz, Drag-Lesungen, die Ehe für alle: Akteur:innen von rechts außen nutzen Debatten zu geschlechtlicher Identität, reproduktiven Rechte und Geschlechterbildern als strategisches Werkzeug. Antifeminismus dient der extremen Rechten als softer Einstieg, um ihr Gedankengut in die Breite der Gesellschaft zu tragen. Kulturkampf ist darin mehr als ein Schlagwort.
Gesellschaftliche Konflikte über kulturelle und ethische Grundwerte werden strategisch genutzt, um die Grenzen des Sagbaren nach rechts außen zu verschieben. Hass und Hetze wird ganz nebenbei als Sorge um traditionelle Werte verharmlost. So geraten geschlechtliche, familiär und sexuelle Vielfalt gezielt unter Druck. Der Vortrag geht auf die Strategien und Mechanismen im antifeministischen Kulturkampf ein – und zeigt auf, wie gesamtgesellschaftliche Debatten von rechts außen aufgegriffen werden.
Einlassvorbehalt
Für die Vorträge der Veranstaltungsreihe gilt folgender Einlassvorbehalt: Die Veranstaltenden sehen sich demokratischen Werten verpflichtet. Die Abwertung von Menschen, beispielsweise aufgrund von Herkunft, Geschlecht, Glauben oder sexueller Orientierung, wird in dieser Veranstaltung nicht geduldet.
Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören oder der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind, sind von der Veranstaltung ausgeschlossen.
Das Gleiche gilt für Personen, die bereits in der Vergangenheit durch nationalistische, verschwörungsideologische, rassistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind oder Parteien bzw. Organisationen angehören, die durch solche Äußerungen in Erscheinung getreten sind.
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