Jubiläum: 25 Jahre Mobile Beratung in Deutschland
Der Bundesverband Mobile Beratung warnt vor Kürzungen in der Demokratiearbeit und wünscht sich neue, starke Allianzen
Die Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus feiert ihr 25-jähriges Jubiläum. Auf einer Pressekonferenz warnt der Bundesverband Mobile Beratung (BMB) davor, bei der Demokratiearbeit zu kürzen. An Politik, Wirtschaft, Stiftungen und Zivilgesellschaft appelliert er, gerade jetzt zusammenzustehen.
Erfolgsgeschichte Mobile Beratung
Das Projekt Mobile Beratung begann 2001 in Ostdeutschland und Berlin – und wurde nach und nach in ganz Deutschland umgesetzt. Die Mobile Beratung steht Menschen, Organisationen und Institutionen zur Seite, die mit Rechtsextremismus konfrontiert sind und Demokratie verteidigen wollen.
Heute sind über 200 Berater:innen in allen 16 Bundesländern im Einsatz – und seit zehn Jahren im BMB vernetzt. Die Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus in Bayern mit ihren drei Büros in Nürnberg, Regensburg und Ebersberg ist ebenfalls Teil des BMB.
Jubiläum unter schwierigen Bedingungen
Wegen der geplanten Umbauten im Bundesprogramm „Demokratie leben!“ sind die Rahmenbedingungen für die Mobile Beratung allerdings trotz Jubiläum sehr herausfordernd. Dem BMB und weiteren aus dem Bundesprogramm geförderten Projekten droht ab 2027 das Aus.
Wenn es den Bundesverband schon nächstes Jahr nicht mehr geben sollte, hätte das auch für die Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus in Bayern erhebliche Folgen: keine überregionale Vernetzung mehr, keine speziellen Weiterbildungen für Berater:innen, keine bundesweite Expertise für Schulen, zivilgesellschaftliche Bündnisse, Kommunalpolitik und Feuerwehren im Freistaat.
Neue, starke Allianzen nötig
Aus Sicht des Bundesverbands gehen die vom Bundesbildungsministerium geplanten Kürzungen nicht nur zu Lasten der Projekte, deren Förderung gestrichen oder gekürzt wird – sie bedrohten den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Gerade jetzt brauche es aber neue, starke Allianzen, um die Demokratie zu schützen: breite Bündnisse aus Politik, Wirtschaft, Stiftungen und Zivilgesellschaft, die gemeinsam Haltung zeigen für Menschenrechte und gegen Rechtsextremismus.
Erfolgsgeschichten und Erfahrungsberichte
Zum 25-jährigen Bestehen von Mobiler Beratung hat der BMB auch Erfahrungsberichte von Beratungsnehmenden und Kooperationspartner:innen gesammelt. Darin würdigen zahlreiche Menschen und Organisationen, denen die Mobile Beratung zur Seite stand oder steht, das Engagement der Berater:innen – und machen damit sichtbar, wie wichtig ihre Arbeit ist.
Darüber hinaus hat der BMB Praxisbeispiele und Erfolgsgeschichten aus 25 Jahren Mobiler Beratung zusammengestellt. Sie zeigen, mit welchen konkreten Fragen Beratungsnehmende auf die Mobile Beratung zukommen – und wie diese „Hilfe zur Selbsthilfe“ leistet. Diese Beispiele machen die Arbeit der Mobilen Beratung verständlich und konkret.
Weitere Veröffentlichungen im Jubiläumsjahr
In den letzten Monaten hat der BMB außerdem zwei weitere Publikationen veröffentlicht:
- Die Handreichung „Wenn Zuhause nicht mehr sicher ist – zum Umgang mit Rechtsextremismus in der Nachbarschaft“ enthält praxisnahe Handlungsempfehlungen und Sicherheitstipps für herausfordernde Situationen sowie Hintergrundinfos zu Strategien der extremen Rechten.
- Die gemeinsam mit der LiveMusikKommission (LiveKomm) erarbeitete Broschüre „Haltung zeigen – Extrem rechte Angriffe auf die Club- und Festivalkultur abwehren“ richtet sich an Veranstaltende, Clubbetreiber:innen und Festivalorganisator:innen. Sie bietet Handlungsempfehlungen für den Umgang mit rechtsextremen, diskriminierenden und demokratiefeindlichen Entwicklungen im Kulturbereich.
