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Wenn Vereine Haltung zeigen müssen

Ein Interview mit LKS-Leiterin Nicola Hieke in der „Frankenpost“ über Rechtsextremismus in Vereinen und konkrete Handlungsmöglichkeiten

Vereine wenden sich immer häufiger an die Landeskoordinierungsstelle Bayern gegen Rechtsextremismus (LKS), weil sie mit Rechtsextremismus, Rassismus oder Diskriminierung in den eigenen Reihen konfrontiert sind. Die „Frankenpost“ hat LKS-Leiterin Nicola Hieke interviewt, wie Vereine reagieren und Betroffene schützen können.

Keine Toleranz bei rechter Rhetorik

„Äußerungen oder Verhalten sind dann diskriminierend, wenn sie von den Betroffenen so empfunden werden“, sagt Hieke in dem Interview. Entscheidend sei deshalb eine klare Linie: „Am sinnvollsten ist es, keinerlei rechtsextreme Rhetorik zu tolerieren sowie im Verein eine vielfältige und demokratische Kultur zu leben.“ Warnzeichen seien meist deutlich erkennbar, würden aber häufig ignoriert. „Wichtig ist, solche Anzeichen ernst zu nehmen, sie nicht zu verharmlosen und die Auseinandersetzung zu suchen“, so Hieke.

Betroffene schützen – konsequent handeln

Im Mittelpunkt müsse der Schutz der Betroffenen stehen. „Besondere Aufmerksamkeit muss denjenigen gelten, die diskriminiert werden, weil sie direkt betroffen sind. Darauf wird meist viel zu wenig geachtet“, erklärt die LKS-Leiterin gegenüber der „Frankenpost“. Ist eine Person wiederholt in entsprechende Vorfälle verwickelt, sei ein Ausschluss sinnvoll – auch zum Schutz anderer.

Prävention fängt bei klaren Regeln an

Eine wirksame Prävention beginnt für Hieke lange vor einem konkreten Vorfall. „Die Satzung ist das wichtigste Instrument für Vereine, um sich gegen Rechtsextremismus in den eigenen Reihen zu wappnen“, wird sie in der „Frankenpost“ zitiert. Bereits bei der Aufnahme neuer Mitglieder könnten klare Formulierungen Orientierung geben, ebenso transparente Verfahren für Ausschlüsse. 

Kommunikation sorgt für Glaubwürdigkeit

Wichtig sei, dass Leitbild, Satzung und gelebte Praxis zusammenpassen. Ergänzend empfiehlt Hieke ein Konzept für die Krisenkommunikation, um im Ernstfall handlungsfähig zu bleiben. Wenn ein Fall öffentlich bekannt wird, sei Zurückhaltung keine Option: „Ist der Fall bereits öffentlich, schadet es dem Verein, wenn er schweigt.“ Eine offene, durchdachte Kommunikation stärke nicht nur die eigene Position, sondern mache demokratische Werte auch nach außen glaubwürdig.