Feindbild Klimaschützerin. Rechter Hass auf Klimaaktivist*innen zwischen Sexismus, Heimatideologie und Gewissenserleichterung

Art: Vortrag

Datum: 09.01.2020

Uhrzeit: 20.00 Uhr

Ort: Balthasar, Balthasargäßchen 1, 96049 Bamberg

Vortrag von Ricarda Lang

Vom rechtskonservativen Feuilleton bis zu rechtsextremen Gruppen hat sich ein neues Lieblingsfeindbild etabliert: die Klimaschützerin. Auch die Referentin wurde massiv angegriffen, nachdem sie gefordert hatte, dass Menschen, die durch den Klimawandel ihre Lebensgrundlage verlieren, die Staatsbürgerschaft in europäischen Staaten bekommen sollen. Und Vertreterinnen der #Fridays ForFuture-Bewegung wie Greta Thunberg oder Luisa Neubauer werden für ihre individuellen Konsumentscheidungen beleidigt und stellvertretend für eine kosmopolitische Elite attackiert, die den Bürger*innen unter dem Vorwand des Klimaschutzes die Freiheit nehmen will. Dass die Hetze v. a. Frauen trifft, ist kein Zufall. Sie steht im Zusammenhang mit rechten Frauenbildern und der völkischen Ideologie von Umweltschutz als Heimatschutz. Das Feindbild Klimaschützerin dient als Projektionsfläche für das eigene Unbehagen an der andauernden Zerstörung unserer natürlichen Lebensgrundlage und hilft bei der Gewissenserleichterung in einer Gesellschaft, in der der Erhalt dieser Lebensgrundlage nur noch anhand des individuellen Konsums verhandelt wird, weil sie nicht mehr über die vorgegebenen Regeln des kapitalistischen Systems hinaus denken kann.

Zurück