Der „neue“ Antisemitismus

Art: Vortrag

Datum: 19.05.2019

Uhrzeit: 15.00 Uhr

Veranstalter: Jüdisches Museum Franken

Ort: Ernst Kromwell Saal, Königsstraße 89, 90762 Fürth

Vortrag von Prof. Dr. Wolfgang Benz

Der Judenhass lebte fort, daneben entstand nach dem Holocaust ein mit neuen Argumenten operierender Antisemitismus, der Scham- und Schuldgefühlen entspringt. Der oft beschworene „neue Antisemitismus“ ist dagegen nichts anderes als die monotone Judenfeindschaft mit ihren Stereotypen, Legenden, Unterstellungen und Schuldzuweisungen, die sich in Jahrhunderten entwickelt hat. Antisemitismus ist ein zentrales Element des Rechtsextremismus, aber er kommt aus der Mitte der Gesellschaft. Doch nicht nur Judenhasser bieten Anlass zur Sorge. „Islamkritiker“ denunzieren pauschal alle Muslime als Judenfeinde und Überengagierte versuchen, Antisemitismus auf die Haltung gegenüber Israel zu verengen und beziehen in ihr Verdikt jede kritische Haltung zur israelischen Politik mit ein. Objektive Kriterien, was Antisemitismus ist, wie er sich historisch entfaltete, in welchen Formen er vorkommt, wie Judenfeindschaft von Israelkritik abzugrenzen ist, sind für eine differenzierte Betrachtung unentbehrlich.

Eintritt: 8 € / 5 € erm. / 1 € Fürth Pass
Kartenreservierung möglich unter 0911-950988-88

Prof. Dr. Wolfgang Benz ist Historiker. Er lehrte bis 2011 an der TU Berlin und leitete dort das Zentrum für Antisemitismusforschung. Von ihm stammen zahlreiche Veröffentlichungen zur deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert, zum Holocaust und zur Ressentimentforschung.

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